Folge 5: „Das Stennekreuz"

„Et Laijemöbbesje erzählt“

„Das Stennekreuz“

Gude ihr Leut,

Als ich vor wenigen Tagen in den Gärten unterhalb von Kestert einmal nach dem Rechten gesehen habe, fiel mir gleich das wieder aufgestellte „Stennekreuz“ ins Auge. Ich hatte es richtig vermisst. Dabei steht das Kreuz dort schon, solange ich mich in meinem Laijemöbbesje-Leben erinnern kann. Sicher; Wind, Regen, der Autoverkehr und das Streusalz haben ihm über die Jahre sehr zusetzt. Umso mehr freute es mich, als sich vor einigen Monaten mehrere heimatverbundene Bürger des verwitterten Wegekreuzes angenommen hatten. Erst wurde das teilweise stark durchnässte und verfaulte Holz getrocknet und stabilisiert, der Corpus gesandstrahlt und schließlich alles mit mehreren Farbschichten für die nächsten Jahrzehnte fit gemacht. Seit dem 14. Mai 2016 steht es nun wieder in voller Schönheit an seinem angestammten Platz.

Ich kann mich ebenfalls noch gut erinnern, warum dieses Kreuz seinerzeit an dieser Stelle aufgestellt wurde. Der Vorfall wurde von dem Kesterter Lehrer Jodocus Rüdel  im „Hausmanual“ der Familie niedergeschrieben:

„1770 den 4. Octobris des Morgens 7 Uhr iß der Baulus Cloßmann dahier mit seinen drei Söhnen Joes, Goar und Nicolaus mit einem Nachen vol Mist obig der woersbach ertrunken. Gott gib dießen und allen Christgläubigen die Ewige ruh“. 

Groß war seinerzeit die Anteilnahme der Bevölkerung an diesem Unglück. Ein Nachkomme der Familie Cloßmann ließ als Erinnerung an den verstorbenen Paulus Cloßmann und seine drei Söhne schließlich das „Stennekreuz“ errichten.  

Leider ist das erwähnte Hausmanual des Jodocus Rüdel seit den 1960er Jahren verschwunden. Es wäre für die Ortsgeschichte von Kestert von unschätzbarem Wert. Bleibt zu hoffen dass dieses Werk irgendwann einmal wieder entdeckt wird. Denn auch wir Laijemöbbesjer haben leider nicht jeden Wink in der über 2000-jährigen Geschichte von Kestert vernommen.

In diesem Sinne… Ich hoffe Sie bleiben mir treu.

Ihr Leijemöbbesje    

 

Heimatverein Kestert 2015 e.V.