Die Arbeit am Kirchköppel

Historischer Kupferstich mit der Abbildung der alten Kesterter Kirche auf dem Kirchköppel aus dem 18. Jahrhundert. Das Original befindet sich heute im Landesmuseum Wiesbaden.
Historischer Kupferstich mit der Abbildung der alten Kesterter Kirche auf dem Kirchköppel aus dem 18. Jahrhundert. Das Original befindet sich heute im Landesmuseum Wiesbaden.

Bei dem sogenannten "Kirchköppel" handelt es sich um eine markante Erhebung in direkter Nachbarschaft zur Ortslage von Kestert. Wie die Funde römischer Münzen und Mauerreste zu Beginn des 20. Jahrhundert zeigen, befand sich an dieser Stelle in vorchristlicher Zeit vermutlich der Standort einer heidnischen Kapelle. Später stand dort die erste Kesterter Kirche, welche im 18. Jahrhundert abgebrochen, und die Steine zum Bau heutigen St.Georgs-Kirche (1779) in der Ortsmitte von Kestert verwendet wurden.

Ein erster Friedhof befand sich ebenfalls an dieser Stelle. Dieser wurde im Zuge schwedischer Einquartierung während des dreißigjährigen Krieges verwüstet und später aufgegeben. Nach dieser Nutzung wurde der Kirchköppel als Wingert und Obstbaufläche umfunktioniert, und in dieser Form bis Ende der 1980er Jahre genutzt. Anschließend erwarb die Ortsgemeinde Kestert die Fläche, und bis zur Gründung des Heimatvereins Kestert im Jahr 2015 lag der Kirchköppel in einem "Dornröschenschlaf".

Der Heimatverein Kestert hat es sich zum Ziel gesetzt, an diesem historischen Standort alte regionale Obstsorten wie die Kirsche "Kesterter Schwarze" oder die Pfirsichsorte "Kesterter Schafsnase" anzupflanzen, und dem Interessierten die große Bedeutung des Obstanbaus am Mittelrhein zu verdeutlichen. Parallel dazu wurde im Jahr 2017 ein kleiner Wingert angelegt, welcher auch diesen, einst wichtigen Wirtschaftszweig wieder verstärkt in das Bewußtsein der Menschen rücken soll.

Vielfältige Pflegemaßnahmen, wie z.B. das regelmäßige Freischneiden während der Vegetationsphase werden unter der tatkräftigen Mithilfe der Vereinsmitglieder und Unterstützer mehrmals im Jahr durchgeführt.

Im Folgenden finden sich einige Pressehinweise und Bilder zur Arbeit des Vereins im Bereich des Kirchköppels:


 

Zwar nicht vom Kirchköppel, dafür aber auch eine Pflegemaßnahme der "Kesterter Schwarze":

 

Bei strahlendem Herbstwetter haben Mitglieder des Heimatvereins Kestert 2015 e.V. unter sehr tatkräftiger Unterstützung aus der Jägerschaft in Oberkestert zwischen der Wanderstation und dem Zugang zur Pulsbach eine Reihe junger Hochstamm-Bäume der alten frühen Süßkirschsorte gepflanzt.

 

Hochstamm-Obstbäume mit der Mindeststammhöhe von 180 cm werden heute im Erwerbsobstanbau kaum mehr gepflanzt. Keiner will heute noch zur Ernte mit Leitern in solche bis zu 20 Meter hohen Bäume klettern. Auch diese sehr frühe Kirschsorte selbst findet seit Jahrzehnten im Handel keinen Platz mehr. Die hocharomatischen Früchte geben für das Auge weniger her als neue Sorten: Sie sind zu klein. Dabei hat die Kesterter Schwarze, vor Ort auch nach dem früheren größten Kirschenanbauer im Ort „Berzemichels“ genannt, erhebliche Vorteile: Die Kirschen reifen zu einer Zeit, die für die Maden noch zu früh ist. Sie können also auch von Vegetariern bedenkenlos verzehrt werden: Sie brauchen keine Spritzmittel, um fleischfrei zu bleiben - voll biologisch! Wegen ihres hohen Zuckergehalts wurden sie auch zum Süßen genutzt und waren für das Brennen zu einem edlen Schnaps hervorragend geeignet, und blasser Rotwein wurde mit edlem Kirschsaft dunkler.

 

 

Die Begründung zum Pflanzen in Oberkestert, vorher bereits auf dem Kirchköppel in Ortslage, ist aber weniger in einer zu erwartenden großen Ernte als mehr in der Landschaftsgestaltung zu finden. Diese sehr stark wachsende Sorte bildet große, langlebige Landschaftsbäume.

 

 

In wenigen Jahren wird zur Blütezeit im April eine ganze Baumreihe die Wanderer des Rheinsteigs und der Kesterter Wanderwege nahe Uschis Wanderstation begeistern.

(Arbeitseinsatz des Heimatverein Kestert 2015 e.V. am 23.11.2019 in Oberkestert)

 


Arbeitseinsatz am 02.11.2019:

Am Samstag, dem 02.11.2019 fand unter guter Beteiligung der Vereinsmitglieder wieder ein Pflege- und Grünschnitteinsatz auf dem Kirchköppel statt.

Zum Ende der Vegetationsphase und zur Vorbereitung der anstehenden Martins-Feierlichkeiten wurde noch einmal das Gras gemäht, Dornenhecken geschnitten und die Pflanzung der historischen Obstsorten begutachtet.

Als besonderer Höhepunkt war die Aufstellung einer neuen Hinweistafel, welche die jahrtausende alte Geschichte des Köppels und die Geschichte des Obstanbaus in der Gemeinde Kestert dokumentiert. Natürlich durfte auch eine zünftige Mittagspause nach getaner Arbeit nicht fehlen.

Der Heimatverein Kestert dankt den Helfern und Sponsoren ganz herzlich für die Unterstützung.


mähen des Kirchköppels am 13.07.2017 (Pressebericht)

Fleißig nach Feierabend

Am Donnerstag, den 13. Juli, wurde von Aktiven des Heimatvereins Kestert 2015 e.V. nach einem arbeitsreichen Werktag die Wiese am Kirchköppel zwischen dem neuen Wingert, den Kesterter-Schwarze-Kirschbäumen, den Kesterter-SchafsnaseAprikosenbäumen und der Jerrybach mit Wiesenmäher, Freischneidern und auch Handscheren gemäht. Die Frühsommerwiese war verblüht. Gespendeter Wiesenblumensamen war bereits im Vorjahr ausgestreut worden. Jetzt musste den auch wieder sprießenden Brombeeren und anderen unerwünschten Wildkräutern zuleibe gerückt werden.

 

Bereits Stunden vor der festgesetzten Uhrzeit reizte es einige Vereinsmitglieder so sehr, dass sie schon Hand – oder besser: Maschinen – einsetzten. Tatkräftige Unterstützung erhielten die Vereins-Aktiven von Kesterter Neubürgern aus Syrien, von Amin mit seinen Enkeln. Noch lange nach getaner Arbeit wurde der laue Sommerabend bei Wein, Bier und Mineralwasser genossen.


Anlegung des Wingerts auf dem Kirchköppel (Pressebericht)

Kesterter Riesling?

Noch ist es nicht so weit. Aber auf der Mitgliederversammlung des Heimatvereins Kestert 2015 e.V. wurde beschlossen, unterhalb der Kirschbaumpflanzung „Kesterter Schwarze“ am Kirchköppel wieder einen Wingert anzulegen. Die ersten Rodungsarbeiten auf einer Terrasse dieses alten Weinbergs sollen dafür bei einer Aktion wahrscheinlich am 5. November durchgeführt werden. Unterstützung und fachlichen Beistand liefert der Winzer und derzeitige Jagdpächter Winfried Weinert vom Weingut Sonnenhof in Oberheimbach. 

 

Seit 1979 gibt es in Kestert keine geschlossene Weinbergslage mehr. Im Jahre 1885 waren noch über 25 Hektar in Kestert mit Reben bestückt. An diese Zeit soll nicht angeknüpft werden. Aber ein Schau-Wingert soll ebenso wie die Schau-Pflanzung mit dem traditionellen Kirschbaum „Kesterter Schwarze“ in Erinnerung halten, wovon unsere Vorfahren zu einem großen Teil gelebt haben.

 

 

 

 

 

 

 

(Pressebericht zur Pflanzung des Schauwingerts vom 19.05.2017 im Mitteilungsblatt der Verbandsgemeinde Loreley.)


Bericht aus der Rhein-Zeitung vom 17.05.2017
Bericht aus der Rhein-Zeitung vom 17.05.2017

Kesterter Wingert wird am 29.04.2017 angelegt (Pressebericht)

Am Samstag, den 29. April, wurde von Aktiven des Heimatvereins Kestert 2015 e.V. am Kirchköppel die erste Charge eines Wingerts angelegt. Unter fachkundiger Anleitung des Winzers Winfried Weinert vom Weingut Sonnenhof wurden zunächst 12 junge Reben gesetzt. Die Terrasse, eine reine Südlage auf halber Höhe des Kirchköppels, war bereits im vergangenen November gerodet und vorbereitet worden. Darüber wurde berichtet. 

Im Gegensatz zu dieser Aktion vor 6 Monaten im strömenden Regen konnten sich die Teilnehmer jetzt bei strahlendem Sonnenschein an die Arbeit machen und das Ergebnis sodann bei gespendetem Wein und einer kräftigen Erbsensuppe begutachten. Hierbei erwuchs der Gedanke, möglichst schnell die Rebfläche um noch weitere 10 Stöcke zu vergrößern. Damit die Kesterter und ihre Gäste sich daran erfreuen können, soll vor der freigelegten Trockenmauer eine Bank aufgestellt werden. Mit jungen Kirschbäumen der alten Sorte „Kesterter Schwarze“ im Rücken und dem Wingert im Vordergrund kann dann die Aussicht auf den Rhein genossen werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Arbeitsaufruf des Heimatvereins Kestert zur Pflanzung des Schauwingerts am 29.04.2017.)


Bericht aus der Rhein-Zeitung vom 29.12.2016
Bericht aus der Rhein-Zeitung vom 29.12.2016

Bericht aus der Rhein-Zeitung vom 11.11.2016
Bericht aus der Rhein-Zeitung vom 11.11.2016

Arbeitseinsatz für die anlegung des Wingerts am 05.11.16 (Pressebericht)

Engagiert im Dauerregen:

Auch vom anhaltenden Regen ließen sich 25 Männer aus Kestert und Umgebung nicht davon abhalten, am Kirchköppel einen Schau-Wingert vorzubereiten. Eine vom gewachsenen Fels und aufgesetzten Trockenmauern umrahmte Terrasse wurde schon zum überwiegenden Teil vom Buschwerk gerodet. Seit Jahrzehnten war dieser alte Weinberg von Efeu und Brombeeren überwuchert. Auf drei Höhen, nämlich vom Friedhof aus, auf der Terrasse selbst und von oberhalb der Terrasse wurde der Wildwuchs bereits zum großen Teil entfernt. Jetzt lässt sich wieder der Fels und eine aufgesetzte Trockenmauer erblicken. 

 

Unterstützt wurden die Mitglieder des Heimatvereins Kestert 2015 e.V. von Kameraden der Freiwilligen Feuerewehr Kestert und der Jägerschaft unter Leitung des Jagdpächters Winfried Weinert mit Jägern  auch von der anderen Rheinseite! Der fachliche Rat zur Anlage eines Wingerts führt dazu, dass doch noch tiefgreifendere Vorbereitungsarbeiten vor der Pflanzung zu treffen sein werden. Aber das bisher Erreichte ermutigt und motiviert zur Fortsetzung!

Nass bis auf die Haut wurde dann der Ausklang bei einer ausgezeichneten Gulaschsuppe vom Restaurant Café Schlaadt und gesponsertem Wein vom Weingut Sonnenberg in Oberheimbach im Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr begangen. 

Einigkeit besteht, dass das Kirchköppel in Kestert, die kleine Bergkuppe oberhalb des Friedhofs, mit der Schaupflanzung der alten Süßkirschsorte „Kesterter Schwarze“, der Aprikose „Kesterter Schafsnase“, und dem freigelegten Spazierweg an der Jerrybach weiter entwickelt werden soll. Die Entbuschung wird fortgesetzt, der Wingert wird angelegt, ein „Pöödche“ zu einem Aussichtspunkt wird gegraben und die Forschung nach geschichtlicher Vergangenheit des Kirchköppel wird fortgesetzt.

 

 

 

 

(Arbeitsaufruf des Heimatvereins Kestert zum Arbeitseinsatz am 05.11.2016.)


Bericht in der Rhein-Zeitung vom 04.11.2016.
Bericht in der Rhein-Zeitung vom 04.11.2016.

Bericht aus der Rhein-Zeitung vom 27.10.2016
Bericht aus der Rhein-Zeitung vom 27.10.2016

Bericht aus der Rhein-Zeitung vom 10.09.2015
Bericht aus der Rhein-Zeitung vom 10.09.2015

Bericht aus der Rhein-Zeitung vom 15.08.2015
Bericht aus der Rhein-Zeitung vom 15.08.2015

Pflege von Kichköppel und Jerrybach am 12.08.2016

Mit toller Beteiligung konnten die Pflegearbeiten schnell erledigt werden. Fast 20 Vereinsmitglieder folgten dem  Aufruf  zu einem  Arbeitseinsatz am Kirchköppel und in der Jerrybach. Aufgrund der Vielzahl helfender Hände und der Eigeninitiative waren im Nu weit mehr Bereiche wieder vom Wildwuchs befreit als ursprünglich geplant. So konnte der gesamte Kirchköppel inklusive der stark mit Brombeerhecken bewachsenen westlichen Terrasse, die Hecke zum Friedhof und der gesamte Weg entlang des Jerrybaches zurückgeschnitten werden. Der Bereich ist nun wieder attraktiv und gut begehbar.

Im Anschluss an die geleistete Arbeit durfte natürlich ein geselliger Abschluss bei Weck, Worscht, Wein und Bier sowie anderer mitgebrachter Leckereien nicht fehlen. Bis in die Dämmerung wurde noch ausgiebig gefachsimpelt und Pläne für weitere Maßnahmen geschmiedet.

Ein toller Tag an dem viel geleistet und die gute Gemeinschaft gepflegt wurde. Herzlichen Dank an alle Helfer!

Auch in angrenzenden Georgenbach (Jerrybach) wurde fleißig freigeschnitten.
Auch in angrenzenden Georgenbach (Jerrybach) wurde fleißig freigeschnitten.
Ausklang
Ausklang

Bericht und Bilder über den Arbeitseinsatz am 07.02.2015 am Kirchköppel (Rheinzeitung vom 24.02.2015).


Bericht aus der Rhein-Zeitung vom 01.12.2014
Bericht aus der Rhein-Zeitung vom 01.12.2014